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2000/2001
Jahresbericht der Außenstelle Kairo
Alexander Haridi 2000/2001
Politik und Hochschulen
in Ägypten
Der neu entbrannte Aufstand der Palästinenser
in der sogenannten "Al-Aqsa-Intifada" und ägyptischen
Parlamentwahlen waren die prägenden politischen Ereignisse
in Ägypten im Jahr 2000. Begonnen hatte das Jahr zunächst
feierlich mit einer großen Milleniumsfeier an den Pyramiden
von Gizeh. Finanziert von den Ministerien für Kultur und Tourismus
und ägyptischen Geschäftsleuten, in Szene gesetzt vom
französischen Komponisten und Multimedia-Künstler Jean
Michel Jarre, wurde eine Musik- und Lichtshow auf dem Pyramidenplateau
inszeniert. Verkehrsstaus auf den Zugangsstraßen und vor allem
dichter Nebel auf dem Plateau führten allerdings zu fehlender
Transparenz. Die "große" Politik
Transparenter hingegen sollten die Wahlen
zum neuen Parlament werden. Dies versprach Staatspräsident
Hosni Mubarak, der im September 1999 per Referendum für ein
weiteres sechsjähriges Mandat im Amt bestätigt worden
war. In Ägypten gibt es ein Zwei-Kammer-Parlament. Die "Volksversammlung"
(maglis asch-scha'b) übt die legislative Gewalt aus. 444 ihrer
insgesamt 454 Sitze werden in direkter Wahl besetzt, die zehn restlichen
Parlamentarier werden vom Staatspräsidenten ernannt. Die regierende
"Nationaldemokratische Partei" (NDP) besetzte bislang
94% der Sitze im Parlament. Neu war in den diesjährigen Wahlen,
dass die Wahllokale von Richtern - und nicht wie bislang vom Innenministerium
- kontrolliert wurden. Auf diese Weise sollten Wahlfälschungen
an der Quelle unterbunden werden. Da die Zahl der zur Verfügung
stehenden Richter nicht ausreichte, um alle Wahllokale gleichzeitig
zu besetzen, wurde die Wahl in drei Etappen durchgeführt.
Die richterliche Kontrolle zeigte dann
auch zunächst Wirkung: In der ersten Wahlrunde erlangten die
Kandidaten der NDP nur 38 Prozent der Stimmen, in der zweiten Runde
gar nur 35 Prozent. In der dritten Runde sorgte dann das massive
Einschreiten der Sicherheitskräfte dafür, dass Wähler,
die potentiell für Unabhängige oder Oppositionsparteien
stimmen wollten, vom Urnengang abgehalten wurden. Insgesamt erreichte
die NDP knapp 40 Prozent der Stimmen. Nutznießer des Debakels
der NDP waren aber nicht die Kandidaten der Oppositionsparteien.
Vielmehr waren die eigentlichen Gewinner zum einen die Muslimbrüder,
die als Organisation verboten sind, denen aber individuelle Kandidaturen
zugestanden wurden. Trotz massiver Behinderungen und Massenverhaftungen
konnte diese Gruppe neue Wahlkreise gewinnen und so ihre Präsenz
im Parlament von einem auf 17 Sitze erhöhen. Zum anderen gingen
die "Unabhängigen" der NDP mit 48 Prozent der Sitze
als Sieger aus den Wahlen hervor. Bei diesen "Unabhängigen"
handelt es sich um Parteimitglieder, die von den parteiinternen
Gremien nicht nominiert worden waren, in ihrem Wahlkreis aber politischen
Halt hatten und die direkt gewählt wurden. Eben diese unabhängigen
Kandidaten sorgten dafür, dass die alte "Ordnung"
am Ende wiederhergestellt wurde: indem sie sich nach ihrem individuellen
Sieg der Regierungspartei (wieder-)anschlossen. Damit verfügt
die NDP nun in der neuen Volksversammlung über rund 88% der
Sitze.
Trotz der oben ausgeführten Umstände
wurden die Wahlen zur Volksversammlung von kritischen Beobachtern
als die "saubersten und pluralistischsten Wahlen" der
letzten fünfzig Jahre gewürdigt. Es wurde deutlich, dass
die Regierungspartei und die politischen Parteien insgesamt an Unterstützung
in der Bevölkerung verloren haben, dass die islamistische Bewegung
trotz staatlicher Repression gut organisiert ist sowie zu mobilisieren
vermag, und dass das Regime zu begrenzten, systemimmanenten Erneuerungen
bereit ist, dabei aber keinerlei Risiko eingeht. In der Kräfteverteilung
ähnelt das neue Parlament dem alten. Es trägt aber dennoch
ein neues Gesicht, da 65 Prozent der ehemaligen Parlamentarier ihren
Sitz verloren haben und durch neue Abgeordnete ersetzt werden. Also
"neuer Wein in alten Schläuchen"?

Politik in den
Hochschulen
Auswirkungen der Parlamentswahlen auf den
Hochschul- und Forschungsbereich könnten sich insofern ergeben,
als dass für Januar 2001 eine Kabinettsumbildung erwartet wird.
Wie aus Hochschulkreisen zu hören ist, rechnet man aber nicht
mit einer Neubesetzung des Ministeriums für Hochschulwesen
und Forschung.
Während sich der Wahlkampf nicht spürbar
in den politischen Aktivitäten an den Hochschulen widerspiegelte,
mobilisierte ein außenpolitisches Ereignis die Studierenden:
der neue Aufstand der Palästinenser, die sogenannte "Al-Aqsa-Intifada".
Die Unterdrückung des Widerstandes gegen die israelische Besatzung
mit militärischen Mitteln wird in Ägypten unter großer
emotionaler Beteiligung verfolgt. In den Universitäten provozierte
das Ereignis wütende Protestveranstaltungen gegen Israel und
die USA. So kam es im Oktober an der Kairo Universität zu großen
Demonstrationen. Die Sicherheitskräfte versuchten unter massivem
Aufgebot, die Demonstranten auf dem Campus zu halten. Alle Universitäten
sind permanent von Bereitschaftspolizei umstellt. In die aufrichtige
Empörung über die israelische Politik mischt sich aber
auch Unzufriedenheit mit dem eigenen politischen System: Das außenpolitische
Thema eignet sich zur Kanalisierung einer allgemeinen Unzufriedenheit,
die direkt auszudrücken in einem autoritären System politisch
nicht möglich ist.
Eine ähnliche Ersatzfunktion haben
die regelmäßig wiederkehrenden Kampagnen gegen "unislamische"
Publikationen. Im Jahr 2000 kam dieser traurige Part dem Roman "Das
Festessen der Meeresalgen" (walima li a'schaab al-bahr) des
syrischen Autors Heidar Heidar zu. Anlass war ein vom ägyptischen
Kulturministerium in Auftrag gegebener Nachdruck des bereits 1983
erschienenen Buches. Die islamistische Tageszeitung Asch-scha'b
veröffentlichte im Mai einen Artikel, der dem Roman blashemische
Inhalte unterstellt, woraufhin sich der Campus der Al-Azhar-Universität
in Kairo in einen Aufmarschplatz für demonstrierende Studierende
verwandelte. Es gelang ihnen, den von Bereitschaftspolizei umstellten
Campus zu verlassen, um auf einer großen Hauptstraße
im Stadtteil Medinat-Nasr zu demonstrieren. Es folgten tagelange
Auseinandersetzungen mit der Polizei, bei denen diese nicht nur
Knüppel und Tränengas, sondern auch Gummigeschosse gegen
die Studierenden einsetzte. Bemerkenswerterweise waren es die Frauen
der nach Geschlechtern getrennten Universität, die die Demonstrationen
anführten und das von ihnen besetzte Wohnheim gegen die Sicherheitskräfte
verteidigten. Den Text selber hatte wie immer niemand gelesen.
Derartige Auseinandersetzungen sind einerseits
der Ausdruck des andauernden Konfliktes zwischen liberalen und islamistischen
Kräften in Ägypten; andererseits fließen auch die
Frustration über die Arbeits- und Lebensumstände an den
Universitäten ein. Da die eigentlichen Motive für den
Unmut verschleiert werden und eine legale und handlungsfähige
Repräsentation der Studierendenschaft nicht zugelassen ist,
verpufft die sich punktuell konzentrierende politische Energie der
Studierenden in Protesten, ohne konkrete Veränderungen zu bewirken.

Deutsche Politiker
zu Besuch in Ägypten
Im Jahr 2000 besuchten außergewöhnlich
viele deutsche Politiker Ägypten. In dichter Folge reisten
in der ersten Jahreshälfte Mitglieder des Bildungsausschusses
des Deutschen Bundestages, BMZ-Ministerin Heide Wieczorek-Zeul,
Bundestagspräsident Thierse, Bundespräsident Rau und schließlich
Außenminister Fischer und Bundeskanzler Schröder an den
Nil. Der Außenminister und der Bundeskanzler, die im April
wegen des Euro-Afrikanischen Gipfels nach Kairo gekommen waren,
besuchten Ägypten dann in der zweiten Jahreshälfte noch
ein weiteres Mal zu politischen Gesprächen mit ihren ägyptischen
Kollegen. Im September führte eine Nahostreise eine Delegation
des Kulturauschusses des Bundestages, angeführt von Frau Monika
Griefahn, nach Kairo. Die Abgeordneten informierten sich über
die Aktivitäten des DAAD in Ägypten und trafen mit ägyptischen
Absolventen deutscher Universitäten zusammen. Den Besuchsreigen
schloss Verteidigungsminister Scharping im Dezember mit einem Besuch
bei seinem ägyptischen Kollegen, Generalfeldmarschall Tantawi.

Hochschulpolitik
Wie bereits im Jahresbericht 1999 ausgeführt,
bereitet das Hochschulministerium eine Novelle des Hochschulgesetzes
vor. Das neue Gesetz soll eine Reform des Hochschulsystems einleiten.
Hochschul- und Forschungsminister Moufid Shehab hatte Ende 1998
eine nationale Kommission mit dem Auftrag eingesetzt, ein Konzept
zur Reform des Hochschulwesens auszuarbeiten. Die Oberziele einer
solchen Reform sind Qualitätssicherung und eine Diversifizierung
der Finanzquellen. Im Februar 2000 wurden die Ergebnisse der Kommissionssitzungen
öffentlich vorgestellt und mit Hochschulvertretern diskutiert.
Der Gesetzesentwurf, der nicht kostenneutral ist und u.a. eine Erhöhung
der Bezüge der Hochschullehrer vorsieht, ist nicht unumstritten
und muss verschiedene Gremien passieren. Da sich die "Volksversammlung"
gerade erst neu konstituiert hat und eine Kabinettsumbildung erwartet
wird, ist mit weiteren Schritten erst im Verlauf des Jahres 2001,
mit konkreten Ergebnissen auf der Ebene der Hochschulen erst erheblich
später zu rechnen.

Europäische
Universitätsprojekte in Ägypten
Derzeit werden drei europäische Universitätsprojekte
in der Öffentlichkeit diskutiert: ein britisches, ein deutsches
und ein französisches. Alle drei Vorhaben wurden in den neunziger
Jahre geplant und zum Ende des Jahrzehnts anlässlich von Treffen
des ägyptischen Staatspräsidenten Mubarak mit den jeweiligen
europäischen Staatschefs angesprochen.
Während die 1919 gegründete American
University in Cairo jahrzehntelang die einzige private Universität
in Ägypten war, erlaubte die Öffnung des Hochschulsektors
Mitte der neunziger Jahre eine Etablierung weiterer privat finanzierter
Hochschulen. Noch bevor das Gesetz für die Privatuniversitäten
in Kraft trat, genehmigte die ägyptische Regierung 1996 per
Präsidentendekret die Gründung der 6th of October University,
der Misr International University sowie der Misr University for
Science and Technology. Inzwischen liegen dem Hochschulministerium
zahlreiche weitere Anträge für die Genehmigung privater
Universitäten vor. Seit der Genehmigungswelle von 1996 zeigte
sich das Ministerium aber zurückhaltend und erteilte keine
weiteren Zulassungen.
Englischsprachige, französische und
drei deutsche Schulen bilden eine große Zahl von Schülern
aus, die im Anschluss an ihren Schulbesuch gern auch ihre Universitätsausbildung
in der entsprechenden Sprache in Ägypten absolvieren möchten.
Von einer Beteiligung europäischer Partner erhofft man sich
zudem eine Qualitätssicherung der Lehre.
Geschäftsleute und Persönlichkeiten
aus den anglo-, germano- und frankophonen Gemeinschaften versuchen,
dieser Nachfrage durch die Einrichtung von Universitäten zu
entsprechen. Offiziell begrüßt die ägyptische Regierung
die Gründung solcher Institutionen und fordert das Engagement
der europäischen Partnerregierungen ein. Diese wiederum bestehen
auf einer strikt privaten Finanzierung solcher Einrichtungen.
Bis Dezember 2000 erhielt keines dieser
Projekte eine Lizenz; alle haben mit erheblichen finanziellen, rechtlichen
und organisatorischen Problemen zu kämpfen. Beteiligte in den
jeweiligen Gründungskomitees beklagen, dass die Anforderungen
des Gesetzes nur sehr schwer zu erfüllen seien. Präzise
Informationen über die jeweiligen Unternehmungen sind nicht
erhältlich. Da die ägyptische, und teilweise auch die
europäische Presse sich von den Interessen der Projektbetreiber
beeinflussen lässt, sind insbesondere Zeitungsberichte keine
zuverlässige Informationsquelle.
Im Dezember 2000 wurde nun ein weiteres
Vorhaben öffentlich gemacht: die Gründung einer deutschen
technischen Universität mit dem Namen GUC: German University
Cairo. Diese Unternehmung hat mit dem seit der Unterredung von Bundeskanzler
Schröder und Präsident Mubarak 1999 bekannt gewordenen
Projekt einer deutschen Hochschule in Ägypten nichts gemein.
Es gibt also derzeit zwei Projekte für eine deutsche Universität
am Nil.
Projektpartner der GUC sind die Universität
Ulm sowie eine Gruppe von ägyptischen Akademikern und Investoren.
Kernidee des Projektes ist eine ägyptisch finanzierte Privatuniversität
nach ägyptischem Recht unter Ulmer Patronage. Die Universität
Ulm soll für die Vermittlung von deutschen Wissenschaftlern
sorgen, den akademischen Standard der Lehre sichern und ihre eigenen
Abschlüsse verleihen.
Der Schwerpunkt liegt auf technischen Fächern:
Informationstechnologie, Biotechnologie und Materialwissenschaft;
später soll es auch Fakultäten für Medienwissenschaft
und Management geben. Ziel ist, in allen Fächern internationales
Niveau zu erreichen und zu halten, den Qualifikationsanforderungen
von modernen Unternehmen zu entsprechen und eine Ausstrahlung in
die Region Nahost zu entfalten. Unterrichtssprache ist Englisch,
gleichzeitig ist jedoch das Erlernen der deutschen Sprache Bestandteil
des Curriculums.

Aktivitäten
der Außenstelle Kairo
Starke Nachfrage
nach Stipendien
Die Betreuung der zahlreichen Programmangebote
des DAAD und die Beratung von Studierenden, Graduierten und Promovierten
sind die wichtigsten Aufgaben der Außenstelle. Die Nachfrage
nach DAAD-Stipendien ist hoch und die Auswahlrelation praktisch
in allen Programmen ungünstig. Um nur zwei Beispiele anzuführen:
Im Jahresstipendienprogramm erhalten von den rund 270 interviewten
Kandidaten nur 20 ein Stipendium. Von rund 200 Bewerbungen für
einen Studienaufenthalt wurden dieses Jahr 9 bewilligt. Die hohe
Nachfrage belegt, wie bedeutend die vom DAAD angebotenen Förderungen
für ägyptische Akademiker sind. Die Vielzahl der Anfragen
und Bewerbungen führt zur völligen Auslastung der Außenstelle
und zu Frustrationen bei den vielen abgelehnten Bewerbern. Selbst
in Programmen mit großzügigen Quoten, wie beispielsweise
den 36 Hochschulsommerkursstipendien für Studierende der Germanistik,
können letztlich nur einige wenige Studierende pro Abteilung
bedient werden. Denn an mehr als neun ägyptischen Universitätsabteilungen
wird Deutsch unterrichtet, und manche Studienjahre sind mehrere
hundert Personen stark.

Neue Gesichter
in der Germanistik
Ein Höhepunkt für die Germanistik
war sicherlich der Sommerkurs in Alexandria. Traditionell von den
DAAD-Lektoren und Lektorinnen veranstaltet, richtete sich das diesjährige
Symposium an promovierte Germanisten, die an den deutschen Abteilungen
der ägyptischen Universitäten unterrichten. Im Mittelpunkt
stand das Thema der Übersetzung. Als Experte war der freischaffende
Übersetzer und Philosophen Prof. Dr. Abdelghaffar El-Mikkawi
eingeladen, der zu Beginn des Jahres mit der Goethe-Medaille ausgezeichnet
worden war. Aus Deutschland kamen als sachkundige Referenten der
Arabist Prof. Dr. Schultz von der Universität Leipzig sowie
der Trierer Literaturwissenschaftler Prof. Dr. Althaus.
Auch sonst zeigten sich neue Gesichter
in der Germanistik, da drei Lektorate in Kairo nach- bzw. neubesetzt
wurden. Dr. Siegfried Steinmann, der als Lektor an der renommierten
Kairo Universität und als Herausgeber der Kairoer Germanistischen
Studien gewissermaßen auch Nestor der Lektorenschaft war,
kehrte nach fünf erfolgreichen Jahren nach Deutschland zurück.
Sein Nachfolger ist Dr. Markus Fischer, der schon einmal in Rumänien
als DAAD-Lektor tätig war.
Auch für Ulrike Arras, Lektorin an
der Frauenabteilung der Al-Azhar-Universität, hieß es
Abschied nehmen. Frau Arras hatte in den letzten dreieinhalb Jahren
wesentlichen Anteil an dem Aufbau der neu gegründeten Deutschabteilung
für Frauen. Ihre Nachfolgerin im Amt ist Miriam Zschoche. Schließlich
konnte 2000 ein neues Lektorat eingerichtet werden: An der Helwan-Universität
wirkt seit dem Frühjahr Dr. Ortrun Hanna an der Ausbildung
der Nachwuchsgermanistinnen und -germanisten mit. Auch die Programme
Professorenaustausch, Studienaufenthalte bzw. Wiedereinladungen
sowie Kurzzeitdozenturen wurden 2000 stark nachgefragt und führten
zu regem deutsch-ägyptischen Austausch in Forschung und Lehre.

Kontinuität im Nachkontakt
In der Nachkontaktarbeit war das wichtigste
Ereignis das 2. Internationale Symposium-cum-Workshop, gemeinsam
veranstaltet von den Universitäten Göttingen, Kassel und
Kairo und gefördert durch den DAAD aus Mitteln des BMZ. Diese
Veranstaltung, die in der Nachfolge der 1999 begonnen wissenschaftlichen
Begegnung von Absolventen deutscher Universitäten steht, wurde
wieder sehr gut angenommen. Dieses Mal tagten die spezialisierten
Arbeitsgruppen in St. Catherine im Sinai und diskutierten über
die Zukunft der ägyptischen Landwirtschaft. Dank der ausgezeichneten
Arbeit von Prof. Dr. Diethard Mai (Göttingen) und seinen Kollegen
übertraf das Seminar alle Erwartungen, und zwar sowohl in Bezug
auf die Organisation des Symposiums als auch im Hinblick auf den
wissenschaftlichen Ertrag und die professionelle Netzwerkarbeit
der Projektverantwortlichen.

Kulturelle
Veranstaltungen in der Außenstelle
Neben der
Kernarbeit im Programmbereich und in der Beratung organisierte die
Außenstelle auch einige kulturelle Veranstaltungen, die von
den Alumni an den Universitäten und der deutschsprachigen Community
in Kairo mit großem Interesse aufgenommen wurden. So diskutierten
beispielsweise der Politologe Professor Bassam Tibi mit dem Azhariten
und Islamwissenschaftler Professor El-Sayed El-Schahed - auf deutsch
und kontrovers - über die Integrationsmöglichkeiten von
Muslimen in Deutschland.
Yaser Elwan
begeisterte die einen und provozierte die anderen mit seiner
Serie von Schwarz-Weiß-Fotografien über einfache Menschen
im Kairener Alltag. Der Frankfurter Künstler Professor Jochen
Fischer und die Berliner Künstlerin Susanne Windelen begeisterten
hier und verwirrten dort mit ihren Installationen im Ausstellungssaal
der Außenstelle in Kairo. Die beiden Künstler hatten
die arabische Metropole drei Monate auf sich wirken lassen, Material
in Basaren, auf Flohmärkten und anderswo in der Stadt gesammelt
und ihre Eindrücke und erbeuteten Objekte in einer Ausstellung
verarbeitet.

Feierlichkeiten
zum vierzigjährigen Jubiläum
Kurz bevor das neue Jahrtausend dann wirklich
begann, wurde noch einmal kräftig gefeiert. Und dies aus gutem
Grund, hatte sich doch die Gründung der Außenstelle Kairo
zum vierzigsten Mal gejährt. Zu diesem Anlass reiste auch hoher
Besuch an: der Minister für Wissenschaft, Forschung und Kunst
in Baden-Württemberg, Herr Klaus von Trotha, begleitete den
DAAD-Generalsekretär Dr. Christian Bode zu den Feierlichkeiten
nach Kairo. Besonders freuten sich die eingeladenen Alumni über
die Gegenwart der Herren Meinel, Wyneken und Pätzold, von denen
jeder früher einmal das DAAD-Büro in Kairo geleitet hatte.
Ein vielseitiges Kulturprogramm in der
Außenstelle und eine Diskussionsveranstaltung über Hochschulpolitik
in der Kairo Universität bildeten die Höhepunkte dieses
Jubiläums.
So endete das Jahr 2000 für die wissenschaftliche
Gemeinschaft in der DAAD-Außenstelle und der Kairo Universität
so feierlich, wie es für alle an den Pyramiden begonnen hatte.

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