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Alumni am National Research Center


Professor Dr. Sherif Eissa, Präsident des NRC

„Wir haben enge Verbindungen zu deutschen wissenschaftlichen Institutionen. Der DAAD ist eine der wichtigsten, und wir hoffen für die Zukunft, dass unsere Kontakte noch enger werden. Unsere Institution ist eine multidisziplinäre Einrichtung. Es gibt bei uns z. B. Biologen, Physiker und Chemiker, aber auch viele andere Fächer. In praktisch jeder Disziplin haben wir ehemalige DAAD-Stipendiaten, die eine deutsche Ausbildung genossen haben. Ihre Erfahrungen und ihr Wissen tragen dazu bei, unseren wissenschaftlichen Standard anzuheben.”


Dr. Mohamad Usama Abu Ilan
Fachgebiet: Chemie, DAAD-Stipendiat von 1997-99 in Jena

„Ich habe sehr gute Erinnerungen an Deutschland. Der Aufenthalt hat mein Leben und das meiner Familie verändert. In den zwei Jahren Deutschlandaufenthalt war ich nicht einmal in Ägypten. Ich habe sehr viele Freunde gewonnen, und ich versuche jetzt mindestens einmal im Jahr nach Deutschland zu reisen. Ich danke dem DAAD, dass er mir diesen Studienaufenthalt ermöglicht hat und durch seine Arbeit den Fortschritt vorantreibt. Mit meinen ehemaligen Studienkollegen bin ich dank der neuen Kommunikationsmöglichkeiten täglich in Kontakt. Wir hatten eigentlich viele neue, gemeinsame Projekte geplant, aber die Realität, die Arbeit, hat uns eingeholt. Im Klartext bedeutet das, dass ich kaum Zeit für etwas anderes habe, denn ich muss mich als Forscher vollständig auf meine Arbeit im Institut konzentrieren.”


Dr. Ahmed Metwali Abdel Aziz
Fachgebiet: physikalische Chemie; promovierte von 1997-1999 an der Technischen Universität Dresden als DAAD-Stipendiat im Channel-Programm

„In Deutschland bin ich neugeboren worden, und der DAAD ist meine 'Mutter'. Mein Stipendium begann am 1. Oktober 1997, daher betrachte ich fortan diesen Tag als die Stunde Null meiner geistigen Wiedergeburt. Soviel Neues gab es dazu zu lernen, dass ich gar nicht alles aufzählen kann. Das gilt nicht nur für mein Fachgebiet, sondern auch für die Geschichte Deutschlands, seine Dichter, Künstler und Städte. Zu meinen Kollegen halte ich via Internet oder Telefon täglich Kontakt. Ich vermisse meine Kommilitonen sehr. In Dresden waren wir eine internationale Gruppe von Stipendiaten aus allen Ländern der Welt. Und gemeinsam haben wir neben dem Studium Dresden entdeckt, welches für mich die schönste Stadt Deutschlands ist.”


Dr. Amr Saleh
Fachgebiet: Elektrochemie, Channel-Stipendiat von 1997-99

„In Deutschland lernte ich mit den neuesten wissenschaftlichen Geräten zu arbeiten und neue Methoden anzuwenden. Durch den DAAD habe ich einen riesigen Sprung nach vorne gemacht. Ich konnte durch mir bislang unbekannte Techniken eigene neue Verfahren entwickeln. Dazu standen mir alle Hilfsmittel zur Verfügung, und wenn es Probleme gab, hat der DAAD eingegriffen und bei deren Lösung geholfen. Leider stehen mir in Ägypten nicht die Geräte zur Verfügung, mit denen ich in Deutschland arbeiten konnte, weil sie in der Anschaffung einfach zu teuer sind. Das kann auch der DAAD nicht bezahlen. Das bedeutet aber auch, dass ich hier nicht wirklich arbeiten kann. Die Qualität der Forschung leidet darunter, deswegen will ich zurück nach Deutschland.”


Dr. Mona Toubgi
Fachgebiet: Medizin

„Viele Wissenschaftler des National Research Center haben in Deutschland studiert und promoviert. Diese Leute lassen sich meines Erachtens sehr leicht identifizieren. Man erkennt sie am Verhalten zu ihren Mitarbeitern, an ihrer Beziehung zu ihrer Arbeit. Sie sind seriös, versuchen effizient zu arbeiten und sind absolut motiviert. Die Motivation hier im NRC ist sehr wichtig, denn wer hier etwas für sich und seine Arbeit erreichen möchte, braucht mehr als nur eine gesunde Motivation. Es ist nicht leicht, in einer ägyptischen Institution eine Sache ins Rollen zu bringen. Man braucht sehr viel Geduld und Energie, sonst wird man frustriert. Aber es gibt noch ein anderes spezifisches Phänomen: Leute, die in den USA geforscht haben, sind meist sehr verwöhnt worden. Bei den Deutschen ist das nicht der Fall. Alle bleiben realistisch, werden objektiv nach ihrer wissenschaftlichen Tätigkeit bewertet und erfahren Gleichberechtigung. Ägyptische Stipendiaten in den USA sind eher daran interessiert, durch ihre Arbeit die Möglichkeit zu erhalten, dort weiter forschen zu können. Diejenigen jedoch, die in Deutschland forschen, wissen, dass sie zurückkehren werden und sind dadurch bodenständiger. Das ist für die ägyptische Wissenschaft von großem Vorteil. Diese würde andernfalls, wenn alle guten Wissenschaftler im Ausland blieben, vom aktuellen internationalen Forschungsstand abgeschnitten und zurückgeworfen werden. Ich bin daher der Auffassung, dass man als Wissenschaftler eigentlich Werte verinnerlichen sollte, die sich schon aus der Aufgabe der Wissenschaft ergeben, nämlich dem Allgemeinwohl zu dienen und nicht aus purem Egoismus und Karrieredrang zu forschen.”